Vor 100 Jahren wurde sie zwischen 1911 und 1912 abschnittsweise eingeweiht, 65 Jahre lang war sie die Lebensader einer ganzen Region:
Die Oderbruchbahn. Mit ihren gut 111 Kilometern Streckenlänge inklusive zweier Hafenanschlüsse (Groß Neuendorf und Kienitz) verband sie die Dörfer des Oderbruchs und der Lebuser Höhe mit ihren Zentren Fürstenwalde, Seelow und Wriezen und war gleichzeitig eines der größten regelspurigen Kleinbahnnetze in Deutschland. Neben ihrer großen Bedeutung für den Transport vor allem landwirtschaftlicher Güter stellte sie für die Einheimischen den Anschluss an die „große weite Welt“ sicher, und viele, die sie noch kannten, erinnern sich gern an die beschauliche Fahrt nach dem Motto „Blumen pflücken während der Fahrt verboten“. Selbst wenn die Gleise längst verschwunden sind, zeugen
auch heute noch viele Relikte von ihrer Existenz: Weite Teile der erhaltenen Trasse dienen seit 2008 als Oderbruchbahnradweg, an dem sich neben informativen Schautafeln und
einst schmucken Bahnhofsge- bäuden auch manch vergessener Schienennagel oder Kilometerstein findet. Im Kunstspeicher befasst sich die neu gestaltete Ausstellung zur
Orts- und Regionalgeschichte auf dem 3. Speicherboden mit der Geschichte und Bedeutung dieses Schienenweges. |
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